Hackety hack hack

Atypisches Nutzerverhalten mit Rat und Tat.

Hackerspaces im Landtag NRW

Am 15. Januar war ich eingeladen, zusammen mit Mic “nomaster” Szillat etwas zum Thema “Hackerspaces als neuer Kulturraum” zu erzählen und zwar im Ausschuss für Kultur und Medien des Landtags von Nordrhein-Westfalen. Auf die Tagesordnung des Ausschusses gesetzt wurde der Punkt von der Piratenfraktion im Landtag, darum bemüht hatte sich insbesondere Lukas “maltis” Lamla.

Unsere Präsentation vor dem Ausschuss ist als Google-Doc einzusehen.

So einen Programmpunkt in einem Landtagsausschuss gab es nicht zum ersten Mal, 2012 stellten Lars Weiler aka Pylon und Frank Rieger bereits Hackerspaces im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses von Berlin vor. Pylon hatte zu der Anhörung auch gebloggt.

Geplant und durchgeführt war die Präsentation als erster Aufschlag, um die Abgeordneten mit dem Thema vertraut zu machen. Dafür war es erfolgreich, so zumindest meine Wahrnehmung. Aus allen Parteien gab es ehrliches Interesse. Die Frage eines Abgeordneten der FDP, ob Hackerspaces als eine Art “anarchistische Volkshochschule” zu verstehen seien fand ich besonders originell und aufschlussreich. Insgesamt zeigte sich wohlwollendes Nicken in der Runde, besonders bei Themen, die bei der Durchschnittsbevölkerung noch als Science-Fiction verstanden werden (3D-Drucker) oder wenn es Anknüpfungspunkte zur Lebensrealität der Abgeordneten gab (Foodhacking, Theater in Hackerspaces). Aus dem Ministerium gab es nach der Präsentation Feedback und Interessensbekundungen.

Und jetzt? Jetzt gilt es, politische Ideen und vielleicht sogar ein actionable Item in Form eines Antrags aus dem zu machen, was in der Hackerspace-Bewegung an Ideen vorhanden ist. Hackerspaces sind sicher nicht so einfach zu fördern wie das Stadttheater um die Ecke, ihre extrem lockere (aber international vernetzte) Struktur, ohne “Bundesverband der Hackerspaces, Landeskammer NRW” macht es nicht einfach, einen Dialog zu führen — andererseits ist diese Struktur aber auch gerade die Stärke der Bewegung. Eine experimentelle Annäherung an Förderungsstrukturen für lose vernetzte Akteure im Bereich der elektronischen Kunst wurde bereits in Wien versucht. Netznetz Mana dient nach dem epischen Scheitern aufgrund von Ego-Inkompatibilitäten und eingestellter Förderung aber vielleicht eher als schlechtes Beispiel, aus dem wir lernen können…

Die Forschung zum Thema Kulturförderung von Hackerspaces hat gerade erst begonnen. Vermutlich ist das Katzenhüten hier eine Herausforderung, mit dem die Förderung der freiesten aller freien Theatergruppen nicht mal im Ansatz verglichen werden kann.