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Atypisches Nutzerverhalten mit Rat und Tat.

Gentrifizierungskritik als Wirtschafts- und Wachstumsmotor in Kreuzberg

Mit mindestens einem passenden “Event” (Demo, Infoveranstaltung, Protestcamp am Kottbusser Tor) pro Woche ist Gentrifizierungskritik in Kreuzberg längst zu einem wichtigen mittelständischen Wirtschaftsbereich geworden. Dabei präsentiert sich das weltoffene Kreuzberg den angereisten Gentrification-Kritikern gern von seiner besten Seite, denn das Trendthema wird hier mit Leib und Seele gelebt und immer mit der berühmten Berliner Schnauze kommentiert. Der “Kiez” liebt seine Gentrifizierungskritik und findet sie “knorke”: Gerade die positiven Impulse für die ansässige Gastronomie durch Demobesucher liegen volkswirtschaftlich auf der Hand und stellen einen wichtigen Beitrag zur Aufwertung des ehemaligen Postleitzahlenbereichs 36 dar.

Die freche Kritik an der Gentrifizierung macht den ehemals ärmlichen Stadtteil auch attraktiv für eine immer größer werdende Schicht an modernen Verbrauchern, die Wohnen und Leben mit politischem Engagement verbinden wollen und gerne (auch gegen höhere Kosten) einen Lebensstil pflegen, der von Gesundheitsbewusstsein und -vorsorge sowie der Ausrichtung nach Prinzipien der Nachhaltigkeit geprägt ist. Anti-Gentrifizierung ist “in”: Mit dem heissen Trend dieses Sommers hat der Szenebezirk ein weiteres Mal das richtige Näschen auf dem Markt der politischen Angebote bewiesen.